Geschichte - Tennisclub Aschendorf

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Geschichte

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Die Geschichte des Tennisclub Blau-Gold Aschendorf

Der „weiße Sport“ – in Aschendorf übte er schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Anziehungskraft aus. Eine erste Erwähnung hierzu bezieht sich auf das Jahr 1922 und stammt von Uhrmacher Rudolf Triffterer. In einer von Lehrer Hans Wessels aufgezeichneten, unveröffentlichten Stadtchronik berichtet Triffterer – Mitte der Zwanziger Jahre Vorsitzender des Turnvereins Aschendorf – von entsprechenden Aktivitäten: „1922 faßte ich den Plan, Tennis zu spielen…Mit Einhaus (Hotel) wurde ich einig über einen Platz in seinem Garten. Mit meinen Mannen machte ich den Platz fertig…2500 Mark kostete der Spaß. Ein Vierteljahr hatte ich den Verein in der Hand, dann wurde ich abgeschoben. Der Club gedieh, und das gar nicht schlecht. Tennis gehörte zum
guten Ton, zuerst für die Akademiker und deren Frauen…Es gelang dem Elektriker Sch… mit seiner Frau, Mitglied zu werden. Der war frech, drängte sich vor und beanspruchte ganze Tage den Platz für sich; der Leiter konnte sich nicht durchsetzen, der Verein ging in die Brüche.“
Nicht bekannt ist, ob es sich bei dem von Triffterer angeführten Verein um einen speziellen Tennisklub oder
um eine Abteilung des Turnvereins Aschendorf handelt. In zeitgenössischen Quellen finden sich hierzu keine




Der nächste Hinweis auf Tennis-Aktivitäten in Aschendorf stammt vom 6. Juni 1929. In einem Bericht der Ems -Zeitung heißt es hier: „Dem rastlosen Streben unseres Turn- und Sportvereins ist es zu danken, daß in unserem Ort ein lang gehegter Wunsch vieler seine Verwirklichung gefunden hat. Aschendorf besitzt einen Tennisplatz. Dem Wort „Tennisspiel“ haftete immer noch ein Vorurteil an. Ganz zu Unrecht. Tennis ist nicht ein Sport weniger Bevorzugter, es ist kein teurer Sport, aber es ist ein ideales, gesundes Spiel. Die Schaffung des Platzes hat viel Mühe und Opfer gekostet, wir hier im abgelegenen Emslande sind bezüglich Anlegung solcher
Sportplätze in wenig glücklicher Lage. Die Beschaffung des Materials bietet große Schwierigkeit. Aber nun ist die Mühe aufgewendet und es wäre zu wünschen, wenn durch eine recht große Spielerzahl die aufgewendete Arbeit belohnt würde. Alle diejenigen, die Interesse am Tennisspiel haben, mögen sich deshalb am Freitag abend im Einhausschen Clubzimmer zusammenfinden.“

Ob sich die Racket-Enthusiasten an jenem Abend tatsächlich dem TuS Aschendorf anschlossen, oder einen eigenen Verein aus der Taufe hoben, ist nicht überliefert. In jedem Fall existierte schon wenig später der „Tennisklub Aschendorf“, der sein sportliches Domizil auf dem Platz hinter dem Hotel Einhaus besaß. Die Mitglieder zeigten rege sportliche Tätigkeit, wie die Dokumente jener Zeit belegen. So wurde am 6. Juli 1930 ein freundschaftlicher Vergleich gegen die Vertretung aus Sögel ausgetragen, der mit einem Aschendorfer 7:3- Erfolg endete. Auf der Siegerseite wirkten die Herren Einhaus, Horstmann, Rinck und Rump sowie die Damen
Horstmann und Schulte mit.

Am 21. Juli 1931 berichtete die Ems-Zeitung über den „3. Erfolg des Tennisklubs Aschendorf in der Saison“, einem 4:3-Sieg gegen den TK Meppen. Und am 14. Juli des Jahres gab es ein 9:2 über die niederländischen Gäste aus Bellingwolde; vier weitere Einzel bzw. Doppel konnten wegen hereinbrechender Dunkelheit nicht stattfinden. Zu den bei Aschendorf Eingesetzten zählten diesmal auch die Damen Streitbürger, Wallmann und Henseler. Ein Jahr später wurde ein 7:2 über den TK Meppen sowie die Ausrichtung eines „Offenen Turniers des Tennisklubs Aschendorf“ vermeldet. Hier entschieden die Aktiven aus Aschendorf gleich drei der vier
Konkurrenzen für sich. So siegten Elisabeth Horstmann im Damen-Einzel, Paul Streitbürger im Herren-Einzel und das Duo Elisabeth Horstmann/Wilhelm Schulte im Gemischten Doppel.

Wenig später, im August 1932, gastierten die Tennisfreunde aus dem niederländischen Winschoten zu einem Freundschaftsspiel (Clubturnier) in der Kreisstadt. „Die Veranstaltung wurde durch heftige Niederschläge unterbrochen, denen aber bald Sonnenschein folgte“, berichtete anschließend die Ems-Zeitung, die zudem ausgemacht hatte, „daß der hiesige Platz den Winschotenern nicht besonders zusagte, da sie größtenteils auf Stein oder Zementplätzen spielen.“ Am Ende siegte der Tennisklub Aschendorf mit 5:3.

Innerhalb des TuS Aschendorf formierte sich erst 1937 wieder eine Tennissparte, wie der EZ vom 14. April des betreffenden Jahres zu entnehmen ist: „Am Dienstagabend fand in der Gastwirtschaft Einhaus eine Besprechung über die Angliederung einer Tennisabteilung an den Turn- und Sportverein statt. Ausgehend von dem Gedanken, den Tennissport zum Volkssport zu machen und gleichzeitig auch den Sportbetrieb im Verein auf eine breitere Basis zu stellen, soll jetzt neben dem Fußball- und Turnbetrieb auch der Tennissport gepflegt werden…Anmeldungen für die neue Tennisabteilung müssen daher baldigst beim Vereinsführer Keßling und beim Vereinswirt Einhaus erfolgen. Letzterer wird auch als routinierter und bewährter Spieler das Training der Tennisspieler übernehmen, so daß damit die Gewähr für ein gutes Einüben gegeben ist.“

Wenige Tage danach wurde auf der Jahreshauptversammlung des TuS die neue Sparte aus der Taufe gehoben und Gastwirt Hermann Einhaus zum Fachwart gewählt. Anschließend verschwand der bis dahin dominierende Tennisklub Aschendorf von der Bildfläche; über die Gründe hierfür – ob sportlicher oder vermutlich politischer Natur – kann nur spekuliert werden. In einem EZ-Artikel vom 28. April 1938 wurde hierzu kurz und nüchtern vermeldet: „Der Vereinsführer wies dann noch darauf hin, daß jetzt nur mehr innerhalb der
Tennisabteilung des Turn- und Sportvereins Tennis gespielt wird, da sich der private Tennisverein in Aschendorf aufgelöst hat.“ Zwei Monate später vermerkte die EZ, der vorherige Tennisklub habe sich „als nicht mehr lebensfähig“ erwiesen. Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist ein von Landkreisgemeinschaftsführer (SA-Führer) Kienelt verfasstes Schreiben des Deutschen Reichsbundes für
Leibesübungen an die Mitglieder des „alten“ Tennisklubs. Dort heißt es geradezu ultimativ: „Wir geben Ihnen, als Mitglied des bisherigen Tennisklub Aschendorf, hiermit Gelegenheit dieser Tennisabteilung beizutreten und bitten hierzu das anliegende Aufnahmegesuch zu benutzen. Ihren Entschluss wollen Sie dem unterzeichneten Fachwart für Tennis bis zum 15. ds. Mts. mitteilen.“

Die neue Sparte des TuS, die seit der Jahreshauptversammlung im Januar 1939 von Josef Seifen geleitet wurde, verzeichnete zunächst regen Zulauf. Im April 1939 teilte die Ems-Zeitung mit, „daß jetzt annähernd 50 aktive Mitglieder dem weißen Sport huldigen.“ Mit dem Ausbruch des Weltenbrandes erlahmten die Aktivitäten jedoch nach und nach, bis sie schließlich völlig zum Erliegen kamen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs dauerte es eineinhalb Jahrzehnte, bis wieder vereinsmäßig organisierter Tennissport in Aschendorf Fuß fasste. Stadtdirektor Joseph Teigelkamp, von dem die Hauptinitiative ausging, hatte zu einer Versammlung in das Gasthaus Schmock von Ohr eingeladen. Hier wurde am 13. April 1960 die Tennissparte des TuS neu konstituiert. Als Gründungsmitglieder betätigten sich an jenem Abend Hedwig Simon, Margret Fahling, Margret Leffers, Hanne Seifen, Angelina Seifen, Elisabeth Horstmann, Ernst-Peter Seifen, Karl-Walter Seelis, August Roselieb, Hans-Josef Tholen, Cornelius Rand, Josef Seifen und Joseph Teigelkamp. Zum Abteilungs-Vorsitzenden wurde Ernst-Peter Seifen gewählt, dem weiteren Vorstand gehörten Hans-Josef Tholen, Franz Tieke und Gerlinde Ferber an.

Ihre sportliche Heimat fanden die TuSler auf zwei Grandplätzen, die von der Stadt Aschendorf auf dem freien Gelände hinter dem Vereinslokal Schmock von Ohr angelegt worden waren. Bei der Einweihungsveranstaltung am 29. Mai 1960 bestritten Joseph Teigelkamp und Cornelius Rand auf der einen sowie Josef Seifen und sein Sohn Ernst-Peter auf der anderen Seite das Auftaktspiel.

„Die ersten Jahre des Bestehens“, so ist es in der Festschrift zur 25-Jahrfeier der Abteilung festgehalten, „dienten dem sehr rasch wachsenden Verein als Lehrzeit. Der Trainingseifer trug Früchte, das sportliche Können der Aschendorfer Tennisspieler wuchs. Schon bald wurden erste Freundschaftsturniere ausgetragen, an denen alle Mitglieder regen Anteil nahmen. Besonders enge Kontakte entstanden zum Nachbarverein Schwarz-Rot Papenburg, die über all die Jahre hin in hervorragender Weise weiterbestanden haben…Schon früh wurden in sportlicher Hinsicht Brücken zu Vereinen in den Niederlanden geschlagen. Standen anfangs die
Tennisclubs aus Bellingwolde, Oude Pekela und Ter Apel in engem sportlichen Kontakt zu Aschendorf, so war es in den letzten 15 Jahren in erster Linie der TC Stadskanaal. Die Turniere fanden besonders in den Gründerjahren vor einer erstaunlich großen Zuschauerkulisse statt.“

Drei Jahre nach ihrer Wiedergründung schlossen sich die Aschendorfer zwecks Leistungskonzentration mit Schwarz-Rot Papenburg zu einer Tennisturnier-Gemeinschaft (TTG) zusammen – ein sinnvoller Schritt, der ab 1964 (bis 1968) die Teilnahme der 1. Herren an Medenspielen gegen Teams aus dem Weser-Ems-Raum nach sich zog. Als überragende Akteure jener Jahre erwiesen sich Wilhelm Eiken und Gernot Polzin, die sich nicht zuletzt eine Vielzahl an Kreismeistertiteln erspielten. Im Nachwuchsbereich machte vor allem Theo Springub positiv von sich reden.

Zu den „historischen“ Abteilungsdaten gehört der 13. April 1964: An jenem Tag wurde auf der Jahresversammlung im Tennis-Vereinslokal Schmock von Ohr die Namensgebung „Aschendorfer Tennisclub Blau-Gold im TuS Aschendorf“ beschlossen. An selbiger Stätte wurde überdies so manch' rauschendes Tennisfest gefeiert – ein Beleg dafür, dass neben den sportlichen auch die geselligen Aktivitäten im ATC groß geschrieben wurden.

Einen Meilenstein in der Abteilungsgeschichte stellte 1971 die Einweihung der neuen Plätze auf Gut Altenkamp dar. Nach einem räumlich eng begrenzten Jahrzehnt stand den inzwischen 110 Spartenmitgliedern nun eine ebenso idyllisch gelegene wie großzügig gestaltete Anlage zur Verfügung. Umgeben von Jahrhunderte alten Taxushecken, konnten sie im Schatten des Schlosses Altenkamp nun ihrem Hobby auf drei Spielplätzen sowie einem Übungsfeld nachgehen. Im Juli 1976 wurde die Anlage mit einem neuerrichteten
Clubhaus komplettiert, um dessen Bau sich vor allem Werner Heinicke verdient machte.

Die entscheidenden Weichen hatte nicht nur hier Karl-Walter Seelis gestellt: Nach seiner Wahl zum Abteilungs-Vorsitzenden im Jahr 1971 nahm der Tennissport in Aschendorf eine stetige Aufwärtsentwicklung. So verdoppelte sich nicht nur die bei Seelis' Amtsantritt vorhandene Mitgliederzahl, sondern wurde auch die Jugendarbeit wesentlich gefördert. Als Seelis bei der Generalversammlung 1984 sein Amt an Gerd Runde weiterreichte, wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Rein sportlich standen in diesem Zeitraum vor allem die 1. Herren im Blickpunkt, die 1977 den Aufstieg in die Bezirksklasse schafften und dort zwei Jahre später Meister und Aufsteiger zur Bezirksliga wurden – der bis dahin größte Erfolg. Dazu gesellte sich 1980 der Gewinn der Emsland-Hallenmeisterschaft. Wilhelm Eiken und Gernot Polzin – nach wie vor die Spitzenakteure der Abteilung – eroberten 1976 im Herren-Doppel den Bezirksmeistertitel. Eine Premiere gab es drei Jahre später: Erstmals wurde eine Damen-Mannschaft für die Medenrunde gemeldet.



Im Jugendbereich trug derweil die engagierte Nachwuchsarbeit vor allem von Hans-Michael Goldmann und Theo Springub reife Früchte. Unter anderem kamen Talente wie Heike Peters, Cornelia Rand, André Peters und Werner Schmitz zu Kreismeisterehren. Anfang der 80er Jahre spielten sich mit Silvia und Bernd Eikens, Claudia und M. Schulte, Markus Runde, Peter Schumacher, Werner Schmitz und Thomas Springub weitere Hoffungsträger in den Vordergrund.



Speziell Silvia Eikens entwickelte sich zu einer überragenden Spielerin. Neben dem Gewinn etlicher Kreisund Bezirksmeistertitel wurde sie – wie später ihre jüngere Schwester Susanne – mit zahlreichen Einsätzen in Bezirks- und Landesauswahl-Mannschaften bedacht. Nach ihrem Wechsel 1984 zum Damen-Oberligisten TC Blau-Weiß Lingen gelangte sie sogar zu Landesmeisterehren.



Eine Ehrung anderer Art war schon im Dezember 1977 Dr. Hans Tiedeken zuteil geworden: Das langjährige Abteilungsmitglied erhielt „für sein verdienstvolles Wirken im und für den ATC“ die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Als größtes Strukturproblem des ATC erwies sich in den Achtziger Jahren die geringe Platzkapazität. Im Sog der Becker- und Graf-Ära drängten immer mehr Jugendliche in den Verein, so dass neue Wege beschritten werden mussten. Mit der Errichtung und der 1989 erfolgten Inbetriebnahme einer neuen Anlage am Hofer Kirchweg fanden die ATC-Verantwortlichen die Lösung – prompt stieg die Mitgliederzahl im Jahr 1989 auf 270 sowie ein Jahr später auf 350. Als 1992 ein neues Clubhaus eingeweiht wurde, konnte der Vorsitzende Gerd Runde auf die stolze Zahl von 370 aktiven und passiven ATClern verweisen, unter ihnen 170 Kinder und
Jugendliche.

Die weitere Förderung des Nachwuchses stand auch im Mittelpunkt des Abteilungslebens der Neunziger Jahre. Unter der Regie des 1992 zum Vorsitzenden gewählten Werner Heinicke sowie des langjährigen Jugendwartes Reinhard Schrader entwickelten sich zahlreiche Talente, die sich sportlich vorwiegend auf Kreisund Bezirksebene bewährten. Unter anderem errangen die A-Junioren mit Christian Schrader, Rüdiger Brose, Holger Schleper und Philipp Probst 1997 den Mannschafts-Kreismeistertitel. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts schälten sich im Jüngsten-Bereich vor allem Lisa Albers und Janina Müller als hoffnungsvolle Spielerinnen heraus. Bei den Erwachsenen machten die Herren 40 mit Heinz Peters, Reinhard Schrader, Michael Stronczyk, Dr. Jürgen Fedeler, Hermann Schonebeck und Leo Lüsing-Hauert auf sich aufmerksam: Zwei Aufstiege in Folge führten sie 2003 in die 1. Bezirksliga.

Mit besonderen Ehrungen wurden Anfang des Jahrzehnts Robert Segna und Werner Heinicke bedacht. Die beiden „Urgesteine“ des Tennisclubs prägten jeweils über mehrere Jahrzehnte in unterschiedlichen Vorstandsfunktionen maßgeblich das Vereinsgeschehen. Unter seinem 2004 gewählten Vorsitzenden Reinhard Büter verfügt der ATC über ein solides Fundament. Den 155 Mitgliedern (drei Erwachsenen- und vier Nachwuchs-Mannschaften) stehen auf der Anlage am Hofer Kirchweg sechs Courts und ein Trainingsplatz
sowie ein großzügig gestaltetes Clubheim zur Verfügung.




    

    

     


(Quelle: Borri, Beni und ein weißer Blitz. Die Geschichte des TuS Aschendorf. 2003 erschienene
Vereinschronik)

 
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